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Alpenwanderungen

Hohe Tauern III
(Schobergruppe II)

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2025 Hohe Tauern III
(Schobergruppe II)
Lucknerhaus - Glorerhütte -
Peischlachtörl - Böses Weibl - Elberfelder Hütte -
Gößnitzscharte - Lienzer Hütte -
Lienzer Höhenweg - Zettersfeld-Seilbahn - Lienz

Allgemeines zur Tour:

Die Schobergruppe zählt zu den eher weniger bekannten Gebirgsgruppen der Alpen. Südlich des Alpenhauptkamms gelegen geht es dort etwas ruhiger zu, da sie aus den bevölkerungsreichen Gebieten nicht ganz so einfach zu erreichen ist. Und viele der Wanderer und Bergsteiger, welche am Ausgangspunkt unserer Wanderung noch mit von der Partie sind, wenden sich nach Norden in Richtung Großglockner.
Foto Nichtsdestotrotz oder vielleicht auch gerade deswegen ist ein Besuch in der Schobergruppe sehr empfehlenswert. Es wird jedoch kein Spaziergang. Die Gruppe ist geprägt von meist dicht gedrängten Gipfeln um die 3000 m Höhe, mit markanten Graten und dementsprechend hoch gelegenen Übergängen zwischen den tief eingeschnittenen Tälern. Gletscher gibt es zwar fast keine, aber dafür zahlreiche Karseen.
Am bekanntesten in der Schobergruppe ist wahrscheinlich der Wiener Höhenweg, der die wenigen Hütten der Gebirgsgruppe verbindet. Hervorzuheben bei unserer Runde ist auch der schöne Blick zum Großglockner. Aber vom Bösen Weibl (3119 m), welches wir am zweiten Tag besteigen, hat man überhaupt einen sehr schönen Rundumblick. Und auch am letzten Tag ist die Aussicht von Zettersfeld zu den Lienzer Dolomiten durchaus beeindruckend.
Foto Auch die Hütten sind alle drei empfehlenswert. Während zur Glorer Hütte noch einige Tagesgäste vom Lucknerhaus aufsteigen, ist die Elberfelder Hütte durch ihre Lage den Übernachtungsgästen vorbehalten. Die Lienzer Hütte dagegen liegt in einem sehr schönen Lärchenbestand nicht übermäßig weit von eine Parkplatz entfernt und hat daher sehr viele Tagesgäste, was die Aufenthaltsqualität aber nicht schmälert.
Wir sind Teile der Runde schon im Jahr 1997 gelaufen, damals aber nur als 3-Tages-Tour. Siehe hier!
Zur Schwierigkeit der Tour: Man hat zwar selten wirklich exponierte und absturzgefährdete Stellen dabei und die meisten Wege sind als mittelschwere Bergwege mit einem roten Punkt ausgezeichnet, aber man bewegt sich im alpinen Gelände, welches unbedingt Trittsicherheit erfordert. Beim Bösen Weibl muss man im Auf- und Abstieg auch mal die Hände mit benutzen und der Weg von der Glorer Hütte über das Kastenegg zum Peischlachtörl ist als schwerer Weg (schwarzer Punkt) ausgezeichnet, aber eigentlich bei Normalbedingungen nicht schwieriger als die anderen Wege. Und er kann über den Eselsweg umgangen werden.
Foto Von Deutschland aus ist die Anreise zu dieser Tour nur schwer mit Öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, ein Aufstieg zur Glorer Hütte am Anreisetag ist nicht machbar. Unser Vorschlag ist also, mit dem Auto nach Huben zu fahren. Von dort erreicht man mit dem Bus den Ausgangspunkt Lucknerhaus. Und am letzten Tag fährt man zum Schluss mit der Zettersfeld-Seilbahn herunter nach Lienz, nimmt den Bus zum Bahnhof (oder läuft) und steigt dort in den Bus zurück nach Huben um. Bitte bei der Tourplanung schauen, dass man die geplanten Busse erreicht, da nicht alle sehr häufig fahren!
Zum wiederholten Mal die obligatorische Anmerkung: Beachtet bitte die allgemeinen Hinweise zu den Touren, z. B. dass die angegebenen Gehzeiten als reine Laufzeiten für erwachsene Wanderer (ohne Pausen) angegeben sind!



Karten:

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Unser Wandergebiet ist auf folgenden Karten enthalten:

  • Kompass Wanderkarte 48
    Lienz, Schobergruppe
    Maßstab 1:50 000, EAN: 9783991540670
  • Freytag&Berndt-Karte WK 181
    Kals - Matrei
    Maßstab 1:50 000, EAN: 9783707923445

Nützliche Links:

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1. Tag: Lucknerhaus - Glorerhütte

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Gehzeit: ca. 2 h
Die Anreise mit dem Auto erfolgt über die Felbertauernstraße. In Huben stellen wir das Auto ab. Die Bushaltestelle ist direkt neben der Kirche. Wir nehmen hier den mehrmals täglich über Kals zum Lucknerhaus verkehrenden Bus. Die Endhaltestelle in 1920 m Höhe ist der Ausgangspunkt für unsere Wanderung.
Anfangs teilweise auf einem Fahrweg und später auf einem Wanderweg geht es durch das Bergertal stetig aufwärts. Man geht mehrfach unter der Materialseilbahn hindurch und erreicht dann die Glorer Hütte (2642 m, DAV) am Berger Törl, wo sich dann der Blick in Richtung Heiligenblut öffnet.



2. Tag: Glorerhütte - Elberfelder Hütte

Gehzeit: ca. 6 h
Von der Glorer Hütte steigen wir aufwärts zum Kestenegg (2821 m). (Der ursprüngliche Verlauf des Wiener Höhenwegs westlich des Kasteneggs, der auf vielen Karten noch eingezeichnet ist, wurde 2025 wegen Steinschlaggefahr gesperrt.) Sehr aussichtsreich geht es weiter über einen weiteren Gipfel, bevor der Weg dann zum Peischlachtörl (2484 m) absteigt, wo sich mehrere Wege kreuzen.
Foto Weiter geht es aufwärts zum Peischlachkessel. Das Peischlachkesselkees, welches wir 1997 noch überquert haben, gibt es nicht mehr, der Gletscher ist vollständig abgeschmolzen. Durch den Kessel und dann über Blockwerk kommen wir dann zum Kesselkeessattel (2912 m) mit dem Gernot-Röhr-Biwak.
Von hier starten wir den Abstecher auf das Böse Weibele. Der Gipfel scheint gar nicht so weit weg zu sein, aber man benötigt fast 1 h, ehe man nach der Kraxelei und stückweise auch Zuhilfenahme der Hände endlich oben anlangt und die schöne Aussicht vom Bösen Weibl (3119 m) genießen kann.
Auf gleichem Weg gehen wir wieder hinunter zum Kesselkeessattel und steigen von dort immer weiter ab durch das Tramerkar ins Gössnitztal. Wir überqueren den Gössnitzbach Und steigen auf der Gegenseite ein paar Höhenmeter auf zur Elberfelder Hütte (2346 m, DAV).



3. Tag: Elberfelder Hütte - Lienzer Hütte

Gehzeit: ca. 4 h
Foto Von der Hütte aus wandern wir auf dem Elberfelder Weg weiter das Gößnitztal aufwärts. Weiter oben muss früher auch einmal ein Gletscher existiert haben, das Gößnitzkees, das jedoch auch vollständig abgeschmolzen ist. Weiter geht es durch Blockgelände aufwärts zur Gössnitzscharte (2737 m). Reichlich 50 Höhenmeter oberhalb der Scharte, in nordwestlicher Richtung, liegt die Gößnitzkopf-Biwakschachtel.
Unterhalb des das Talende beherrschenden Glödis steigen wir nun auf dem Elberfelder Weg hinunter in das Debanttal, vorbei an vom Eis abgeschliffenen Buckeln und dem kleinen Salzplattensee. An einem Rastplatz mit einem Wegkreuz und schöner Sicht auf die Hütte kann man noch einmal Pausieren und steigt dann weiter ab zur Lienzer Hütte (1977 m, ÖAV), die sehr schön in einem lichten Lärchen- und Zirbenwald liegt.



4. Tag: Lienzer Hütte - Zettersfeld-Seilbahn

Gehzeit: ca. 4 h
Wir gehen auf dem Fahrweg talabwärts durch das Gattertor und über die Brücke. Nach ca. 100 m zweigt Foto der Lienzer Höhenweg rechts ab. Auf diesem gehen wir jetzt lange Zeit immer am Talhang ohne große Höhenunterschiede entlang, oft durch Lärchen-/Zirbenwald, teils aber auch über Almwiesen. Trotzdem strengen die kurzen Auf- und Abstiege sowie die vielen Wurzeln und Steine auf dem Weg an.
Wir passieren die Trelebitschalm (1976 m) und die Seewiesenalm (1996 m) mit ihren kleinen Seen. Gemeinerweise geht es dann noch einmal auf einem Fahrweg etwas aufwärts, ehe man "um die Ecke biegt" und einen schönen Blick in das Drautal und die dahinter liegenden Lienzer Dolomiten hat.
Durch das Skigebiet Zettersfeld laufen wir dann hinunter zur Bergstation (1812 m) der Zettersfeld-Seilbahn und begeben uns auf Talfahrtnach Lienz.
Von der Talstation (728 m) aus kann man mit dem Bus zum Bahnhof (674 m) fahren, man kann aber auch laufen. Vom Bahnhof aus fahren wir dann mit dem Bus durch das Iseltal zurück nach Huben. An der Bushaltestelle gibt es eine öffentliche Toilettenanlage, in der man sich auch gut waschen kann, ehe man die Heimreise mit dem Auto antritt.



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Mögliche Variationen der Tour:

Foto Diese Runde lässt sich problemlos auch in entgegengesetzter Richtung gehen. Man muss dann bei der Planung allerdings beachten, dass man am ersten Tag genug Zeit für Anreise, Seilbahnfahrt und Wanderung zur Lienzer Hütte hat.
Von der Glorerhütte zum Peischlachtörl gelangt man am zweiten Tag normalerweise über das Kasteneck auf einem mit schwarzem Punkt ausgezeichneten Weg. Alternativ kann man aber auch den Eselsweg gehen (roter Punkt), der das Kastenegg östlich umgeht. Man erspart sich zwar den Auf- und Abstieg, muss aber dafür eine ca. doppelt so lange Strecke laufen. (Ursprünglich hatte der Wiener Höhenweg zum Peischlachtörl westlich des Kasteneggs entlang geführt, aber ich hatte ja schon geschrieben, dass dieser wegen Steinschlags gesperrt wurde.)
Sehr empfehlenswert ist, am zweiten Tag die Besteigung des Bösen Weibls als Überschreitung anzugehen. Vom Peischlachtörl geht man dann aufwärts in Richtung Tschadinsattel. Kurz vor dem Sattel zweigt der Weg ab, über dem man durch die Westflanke des Berges auf den Gipfel gelangt. Absteigen tut man dann vom südlichen Nebengipfel westwärts hinunter in den Kesselkeessattel.
Foto Man kann auf die Besteigung des Bösen Weibeles natürlich auch ganz verzichten und dadurch die Tagestour erheblich abkürzen, aber man lässt sich dann natürlich einen schönen Aussichtsberg entgehen.
Weitere Variationsmöglichkeiten erhält man, wenn man am dritten Tag von der Elberfelder Hütte zur Hochschoberhütte läuft und dort übernachtet. Dann kann man am letzten Tag von dort in das Iseltal nach St. Johann im Wald abzusteigen oder auch nach Huben. Oder man geht über das Schobertörl in das Lesachtal und steigt dort nach Kals ab, wie wir das bei der Tour Schobergruppe I im Jahr 1997 gemacht haben. So kann man die Tour in Kals starten und beenden und dadurch auf die Bus- und Seilbahnfahrten verzichten.
Verlängern ließe sich die Tour auch noch, indem man von der Lienzer Hütte zur Adolf-Nossberger-Hütte, Wangenitzseehütte und/oder Winklerner Hütte weitergeht.



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Bericht von der "Familientour" 2025

Unsere älteste Tochter hatte angeregt, ob wir nicht wieder einmal eine gemeinsame Alpentour unternehmen wollen. Da rannte sie bei uns offene Tore ein. Unser "Kind" Nr. 3 sowie Susannes Foto Bruder kamen auch noch mit. Ich schlug dann eine Runde in der Schobergruppe vor, weil wir dort noch gut Hüttenunterkünfte buchen konnten und die einzelnen Tagesetappen nicht zu lang sind. So fuhren wir vom 04.-07. August 2025 in Richtung Süden.
Das Auto wurde in Huben an der Kirche abgestellt. Mit dem Bus ging es dann um 12:32 Uhr zum Lucknerhaus. Für den Aufstieg zur Glorerhütte haben wir dann 2,5 h benötigt, wobei wir den letzten Teil des Weges im leichten Regen gelaufen sind.
Das Wetter war am nächsten Tag wieder schön, wodurch wir die gute Sicht auf den Großglockner genießen konnten. Über das Peischlachtörl gelangten wir gemeinsam zum Kesselkeessattel. Dort trennten sich dann unsere Wege: Die Männer machten noch einen Abstecher auf das Böse Weibl und die Frauen stiegen direkt zur Elberfelder Hütte ab. Dort trafen wir uns dann alle wieder. Mit Pausen und dem Abstecher haben wir knapp 9 h benötigt.
Foto Eher wolkig als sonnig war dann der nächste Tag. Knapp 6 h waren wir inklusive Pausen von der Elberfelder zur Lienzer Hütte unterwegs. Durch die frühe Ankunft war genug Zeit, um dort Kaffee zu trinken und noch einen Spaziergang in der schönen Hüttenumgebung zu unternehmen.
An unserem letzten Tag war leider nur selten mal etwas mehr von den Bergen zu sehen, da die oft in den Wolken hingen. Der Weg war schön, aber er zog sich dann doch länger als erwartet. Fast 6 h haben wir benötigt. Vom Zettersfeld hatte man dann aber einen schönen Ausblick ins Tal und auch die Sonne kam dann wieder durch. Nach der Seilbahn-Talfahrt verpassten wir leider den Bus zum Bahnhof, so dass wir dahin auch noch laufen mussten.
Die anschließende Busfahrt und die Auto-Heimfahrt verliefen dann jedoch problemlos. Unterwegs kehrten wir noch einmal zum Abendessen ein und kamen dann spätabends glücklich wieder zu Hause an.

Zum Fotoalbum der Familientour 2025 in der Schobergruppe