Header-Grafik

Alpenwanderungen

Allgäuer Alpen III

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2025 Allgäuer Alpen III Oberstdorf - Seealpe - Edmund-Probst-Haus -
Zeigersattel - Laufbacher Eck - Prinz-Luitpold-Haus -
Bockkarscharte - Steinkarspitze - Landsberger Hütte -
Visalpsee - Tannheim

Allgemeines zur Tour:

Die Allgäuer Alpen zählen durch ihre überdurchschnittliche Erschließung mit Seilbahnen, Wegen und Hütten zu den meistbesuchtesten Gebirgsgruppen der Alpen. Ihre gute Erreichbarkeit von Deutschland aus trägt auch dazu bei - und natürlich auch die Schönheit dieser Berggruppe. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig. Besonders erwähnenswert sind die steilen Grasberge, die man in anderen Gebirgen so nur selten findet und die üppige Artenvielfalt der Bergblumen am Wegrand.
Foto Diese Tour führt uns vom bekannten Tourismusort Oberstdorf ostwärts bis ins Tannheimer Tal. Höhepunkte sind der Faltenbachtobel gleich am Beginn unserer Wanderung, die Wegführung entlang der steilen Grasflanken am zweiten Tag und die eindrucksvolle Felslandschaft am Prinz-Luitpold-Haus unterhalb des Hochvogels. Aber auch der lange Panoramapfad am dritten Tag hoch über dem Schwarzwassertal ist herrlich. Und am vierten Tag begeistert uns der schöne Vilsalpsee und ganz zum Schluss der Blick auf die bekannten Tannheimer Berge.
Foto Der einzige Minuspunkt der Tour ist, dass wir keinen großartigen Aussichtsberg erreichen. Das lässt sich aber einrichten, indem man entweder noch am zweiten oder alternativ an einem zusätzlichen Tag vom Prinz-Luitpold-Haus aus den Hochvogel besteigt, der mit seinen 2592 m diesen Teil der Allgäuer Alpen beherrscht.
Auch die 3 Hütten sind alle einen Besuch wert. Das Edmund-Probst-Haus konnte sich im Inneren seinen Charakter als Berghütte erhalten - trotz seines Standorts direkt neben der Seilbahnstation. Das Prinz-Luitpold-Haus ist schon durch seine Lage eine der schönsten deutschen Berghütten. Und auch die Landsberger Hütte muss sich nicht verstecken.
Ein Nachteil der Beliebtheit ist natürlich, dass die Hütten früh gebucht werden müssen, da sie schnell ausgebucht sind.
Zur Schwierigkeit der Tour: Man muss an mehreren drahtseilgesicherten Stellen am zweiten und dritten Tag die Hände zu Hilfe nehmen. Zusätzlich ist insbesondere am zweiten Tag Foto Trittsicherheit unbedingte Voraussetzung, da an den steilen Grashängen ein Fehltritt schwere Folgen haben kann. Die Wege sind durchgehend als mittelschwere Bergwege mit einem roten Punkt ausgezeichnet.
Die Tour ist so konzeptioniert, dass man mit dem Auto nach Sonthofen anreist und von dort mit der Bahn zum Startpunkt Oberstdorf fährt. Und am letzten Tag benutzt man örtliche Busverbindungen, um von Tannheim zurück nach Sonthofen zu kommen. Dazu muss man in Oberjoch umsteigen. Noch besser funktioniert das natürlich, wenn man gleich mit der Bahn anreist, da Oberstdorf sowie Sonthofen gut an das Bahnnetz angebunden sind.
An dieser Stelle erneut die Anmerkung: Beachtet bitte die allgemeinen Hinweise zu den Touren!


Foto

Karten:

Vollständig enthalten ist unser Wandergebiet im Kompass Wanderkarten-Set 003 (Allgäuer Alpen, Oberstdorf, Sonthofen, Kleinwalsertal, Tannheimer Tal) im Maßstab 1:25 000, Foto EAN 9783991544302.


Nützliche Links:



1. Tag: Oberstdorf - Edmund-Probst-Haus

Gehzeit: ca. 3 h
Foto Bei der Anreise mit dem Auto sucht man sich einen Parkplatz in Sonthofen, geht von dort zum Bahnhof und fährt mit der Bahn nach Oberstdorf (813 m). Wir gehen durch den Ort zum Skisprungstadion und auf dem Fahrweg aufwärts an diesem vorbei.
Schon kurz danach verlassen wir die Straße und erreichen auf dem gut ausgebauten Wanderweg den Faltenbach-Wasserfall. Auch der weitere Aufstieg durch den Faltenbachtobel ist beeindruckend.
Nach einer reichlichen Stunde kommen wir auf die Seealpe (1282 m) mit der Mittelstation der Nebelhorn-Seilbahn, einem Berggasthof und vielen Ausflüglern. Es geht nun auf dem Fahrweg weiter aufwärts durch das Faltenbachtal mit seinem schönen Talschluss. Immer in Sichtweite der Nebelhorn-Seilbahn erreichen wir dann deren Bergstation, neben der unser Tagesziel, das Edmund-Probst-Haus (1927 m, DAV), steht.



2. Tag: Edmund-Probst-Haus - Prinz-Luitpold-Haus

Gehzeit: ca. 5 h
Foto Vom Edmund-Probst-Haus geht man hinüber zum Zeigersattel (1920 m) und dann in leichtem bergauf südwärts mit schönem Blick auf den Seealpsee und die Höfats. Unterhalb des Schochens wendet sich der Weg gen Osten und wird ausgesetzter. Schwierigere Passagen sind durch Stahlseile und Tritthilfen gesichert. Dann steigt der Weg in Serpentinen zum Laufbacher-Eck-Sattel (2128 m) an, wo sich der Blick auf den felsigen Hochvogel im Südwesten öffnet.
Nun geht es anfangs steil und später etwas gemäßigter abwärts blumenübersäte Wiesen in den Talschluss des Bärgündletals. An dessen anderem Ende steigt der Weg wieder an, um dann den Wiedemerkopf zu umgehen. Etwas weiter sehen wir dann das Prinz-Luitpold-Haus (1846 m, DAV) inmitten einer wilden Felsszenerie am Ende des Balkenkars.



3. Tag: Prinz-Luitpold-Haus - Landsberger Hütte

Gehzeit: ca. 6 h
Foto Vom Prinz-Luitpold-Haus steigt man auf dem Jubiläumsweg über schöne Bergwiesen nach Nordosten zur Bockkarscharte (2162 m) auf. Von dort öffnet sich der Blick in das Schwarzwassertal, an dessen Nordseite der weitere Weg entlangführt. Beim nun folgenden Abstieg in das Bockkar müssen wir öfters die Hände zu Hilfe nehmen.
Anschließend quert der Jubiläumsweg in mehr oder weniger immer der gleichen Höhe die Flanken von Lärchwand, Sattelkopf, Schänzlekopf, Schänzlespitz und Lahnerkopf, bis man zum Lahnerjoch kommt. Kleinere Wegabschnitte an steilen Fels- und Grasflanken, teilweise wieder mit Drahtseilen gesichert, erfordern große Vorsicht beim Gehen, aber viele andere Abschnitte laden zum schnellen Ausschreiten ein.
Kurz unterhalb des Lahnerjochs verlassen wir den Jubiläumsweg, welcher am Schrecksee vorbei zur Willersalpe führt, und gehen weiter ostwärts auf dem Saalfelder Höhenweg. Vorher sollte man aber noch ein paar Meter bergauf auf dem Jubiläumsweg in die Lahnerscharte (1988 m) gehen, um einen Blick zum schönen Schrecksee zu werfen.
Foto Der Saalfelder Höhenweg umgeht nun südseitig das Kastenjoch sowie die Kälbelespitze in felsigerem Gelände. Etwas später kann man noch die Kalbleggspitze (2000 m) "mitnehmen", indem man sie weglos überschreitet anstatt sie nördlich zu passieren. Nach dem Abstieg in das Kastenjoch (1859 m) führt der Weg durch offenes Latschengelände nach Norden. Dort machen wir ebenfalls wieder einen kleinen Abstecher und gehen auf die östlich des Saalfelder Wegs gelegene Steinkarspitze (2067 m), von der wir auf den bisherigen Weg bis zur Bockkarscharte zurückschauen können.
Vom Gipfel steigen wir hinunter zum Westlichen Lachenjoch und anschließend weiter nach Osten hinab zur Landsberger Hütte (1810 m, DAV) welche reizvoll unterhalb der Lachenspitze liegt.



4. Tag: Landsberger Hütte - Tannheim

Foto

Gehzeit: ca. 2,5 h
Von der Hütte steigen wir steil hinunter zum Traualpsee (1631 m) und gehen an diesem östlich vorbei. Dann wieder steiler hinab bis zum Vilsalpsee (1165 m), an dessem Ostufer wir auf dem Fahrweg bis zum Gasthof Vilsalpsee gehen und dabei die wunderschönen Spiegelungen der Berge im See genießen.
Von dort könnte man mit dem Bummelzug (Wegebahn) oder dem Bus fahren, aber wir nehmen für die letzten 4 km den Fußweg nach Tannheim (1097 m).
Von Tannheim fahren wir mit dem Bus nach Oberjoch. Dort muss man umsteigen, um über Bad Hindelang zurück nach Sonthofen zu gelangen, von wo aus wir die Heimfahrt mit dem Auto oder der Bahn fortsetzen.



Foto

Mögliche Variationen der Tour:

Auch diese Runde lässt sich problemlos in entgegengesetzter Richtung gehen, es ergeben sich keine Nachteile. Man kann die Tour auch in Oberjoch oder Tannheim starten, braucht dann aber am letzten Tag etwas länger, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Foto Wer an ersten Tag etwas länger Zeit hat, sollte am Nachmittag noch einen Aufstieg vom Edmund-Probst-Haus auf das Nebelhorn unternehmen. Und wer an diesem Tag in Zeitnot ist, kann den Aufstieg zum Edmund.Probst-Haus auch durch die Benutzung der Nebelhorn-Seilbahn verkürzen oder umgehen.
Am zweiten Tag kann vom Laufbacher-Eck-Sattel (2128 m) ein leichter Abstecherauf das Laufbacher Eck (2178 m) unternommen werden, welches eine hervorragende Aussicht auf die Höfats, die Daumengruppe, den Allgäuer Hauptkamm und die Berge um das Kleinwalsertal bietet.
Noch empfehlenswerter ist ein Aufstieg auf den Hochvogel (2592 m), der diesen Teil der Allgäuer Alpen beherrscht. Schnellere Geher können dan am zweiten Tag nach Ankunft am Prinz-Luitpold-Haus noch anhängen. Genießer legen eine weitere Übernachtung in der Hütte ein, um den Hochvogel zu besteigen. Für den Aufstieg von der Hütte zum Gipfel benötigt man ca. 2,5 h.
Am dritten Tag kann man anstatt oder zusätzlich zu den Besteigungen von Kalbleggspitze und Steinkarspitze auch die Rote Spitze besteigen. Dieser charakteristische Gipfel - auf der einen Seite ein typischer Allgäuer Steilgrasgipfel, auf der anderen Seite steile Felsabbrüche - lässt sich vom Westlichen Lachenjoch relativ einfach besteigen.
Wer den Schrecksee näher betrachten will, kann auch von der Lahnerscharte aus dem Jubiläumsweg weiter bis zum Kirchdachsattel folgen, um von dort dann ostwärts Richtung Landsberger Hütte weiter zu gehen. Am Kastenjoch stößt man wieder auf den Saalfelder Höhenweg.
Weitere Verkürzumgen oder Verlängerungen der Runde sind möglich, da die Allgäuer Alpen gut mit Hütten und Wegen erschlossen sind. Dazu könnte man die Kemptener Hütte oder das Giebelhaus mit einbeziehen.



Foto

Bericht von der "Männertour" 2025

Diese Tour in den Allgäuer Alpen stand schon seit ein paar Jahren auf unserer ToDo-Liste, aber immer wenn wir sie buchen wollten, waren nicht mehr in allen Hütten Lager zu bekommen. 2025 waren wir dann mit der Reservierung eher dran, so dass es diesmal geklappt hat. Also sollte es vom 22.-25.08.2025 in Richtung Berge gehen.
Foto Am Donnerstag Abend trafen Rocco, Jörg, Stefan und Clemens bei uns in Marbach ein und am Freitag Morgen fuhren wir zusammen nach Sonthofen weiter. In der Nähe des Gymnasiums konnten wir das Auto abstellen, zogen uns um und gingen zum Bahnhof. Mit dem Zug fuhren wir nach Oberstdorf.
Am Skisprungstadion vorbei ging es dann aufwärts durch das Faltenbachtal zum Edmund-Probst-Haus. Bei bedecktem Himmel war der Aufstieg ganz angenehm, aber weit in die Ferne konnte man nicht schauen. Auch das hatte sich in Nebel gehüllt.
Der Nebel blieb uns dann den ganzen nächsten Vormittag erhalten. Bei Temperaturen von knapp über dem Nullpunkt konnten wir von den angeblich schönen Ausblicken auf dem Weg zum Prinz-Luitpold-Haus überhaupt nichts sehen. Erst beim Bärgündletal konnten wir etwas mehr sehen und waren dann umso mehr erfreut, das Prinz-Luitpold-Haus zwischen den Nebelfetzen in der wilden Felslandschaft zu erblicken.
Nach dem Einchecken brachen wir dann ohne Gepäck in Richtung Hochvogel auf, aber es war schon zu spät, um noch bis zum Gipfel zu kommen, der sowieso dick in Wolken gehüllt war. So drehten wir dann an der Nebelgrenze in ca. 2300 m Höhe wieder um und genossen den Abend in der Hütte.
Foto Völlig neu war aber für uns, dass wir bei der Ankunft unsere Hüttenschlafsäcke kurz in einer Mikrowelle erhitzen sollten, damit wir keine Bettwanzen von der vorherigen Übernachtung einschleppen können. Am Beginn der Saison hatte man wohl einen Befall und war jetzt bemüht, dass das nicht wieder passiert. Diese Tierchen sind ja mittlerweile kein Problem mangelnder Hygiene mehr, denn selbst Hotels mit vielen Sternen fürchten, dass Gäste diese Bewohner mitbringen.
Die nächste Tagestour konnten wir dann bei besserem Wetter genießen: Oft Sonne, ein paar hohe Wolken und gute Fernsicht versüßten den schönen Weg zur Landsberger Hütte. Am Ende haben wir mit der Kalbleggspitze und der Steinkarspitze noch zwei Gipfel "mitgenommen" und dann den späten Nachmittag auf der Terasse und den Abend in der Landsberger Hütte genossen.
Am nächsten Morgen stiegen wir ab zum Vilsalpsee und bewunderten die schönen Spiegelungen im See. Dann liefen wir weiter nach Tannheim und mussten dort noch etwas auf den Bus warten. Auch in Oberjoch hatten wir noch etwas Aufenthalt, ehe wir mit einem anderen Bus zurück nach Sonthofen weiterfahren konnten und von dort die Heimreise nach einer wieder sehr schönen Wandertour antraten.

Zum Fotoalbum der Männertour 2024 in den Allgäuer Alpen