Alpenwanderungen
Dachsteingebirge I
(Gosaukamm)
| Jahr | Bezeichnung der Tour | Touren-Verlauf |
|---|---|---|
| 2016 | Dachsteingebirge I (Gosaukamm) |
Gosausee - Adamekhütte - Linzer Weg - Hofpürglhütte - Austriaweg - Angerstein - Theodor-Körner-Hütte - Austriaweg - Gablonzer Hütte - Gosausee |
Allgemeines zur Tour:
Nicht umsonst zählt der Blick vom Gosausee zum Dachstein zu den
meistfotografierten Motiven in Österreich. See, Almbereich, Felsen und Gletscher - hier hat
man alles beisammen. Die Runde um den Gosaukamm bietet so viele unterschiedliche
landschaftliche Höhepunkte wie ansonsten nur wenige andere Touren.
Der Gosaukamm mitsamt seines höchsten und bekanntesten Gipfels, der
Bischofsmütze, zählt i. A. zum Dachsteingebirge. Die meisten absolvieren die
Umrundung dieses Kamms in 2 Tagen. Wir haben die Tour durch die Einbeziehung der
Adamekhütte und durch zusätzliche Gipfelbesteigungen auf 4 Tage ausgedehnt. Das
Bergerlebnis wird dadurch noch vielfältiger.
Ursprünglich war die Tour noch etwas anders geplant: Wir wollten am 3. Tag den Mandlkogel
besteigen und am letzten Tag von der Theodor-Körner-Hütte über Strich-, Steinriesen-
und Donnerkogel zur Gablonzer Hütte gehen. Da das Wetter aber an diesen Tagen einen
Strich durch die Rechnung gemacht hat, haben wir anstatt des Mandlkogels "nur" den
Angerstein bestiegen und sind von der Körner- zur Gablonzer Hütte über den
kürzeren und wesentlich leichteren Austriaweg gegangen. Diese Wege habe ich hier auch
beschrieben, aber den ambitionierteren Wanderern sei unsere ursprünglich geplante Route empfohlen.
Jahre später gingen unsere Mädels dann auch eine Runde um den Gosaukamm, die allerdings etwas kürzer
war: Gosausee - Gablonzer Hütte - Theodor-Körner-Hütte - Hofpürglhütte - Gosausee. Siehe den
Bericht von der "Mädelstour" 2024. Und weitere Vorschläge für
Alternativen finden sich im Kapitel Mögliche Variationen der
Tour.
Die Hütten sind sehr unterschiedlich: Die Adamekhütte in 2196 m Höhe ist eine typische
Hochgebirgshütte. Die anderen Hütten liegen im Almenbereich, unterscheiden sich aber trotzdem
sehr stark: Die Hofpürglhütte ist eine schon etwas größere Hütte mit vielen Tagesgästen. Die
kleine Theodor-Körner-Hütte ist dagegen einfach und winzig, aber urgemütlich, sehr gepflegt
und persönlich. Wohlgefühlt haben wir uns auf alle 3 Hütten, aber die Körner-Hütte ist schon
etwas besonderes. Auch die Stuhlalm ganz in der Nähe der Körner-Hütte, auf der man
alternativ übenachten kann, sah beim Vorbeigehen sehr gemütlich aus. Und unseren Mädels hat auch der
Aufenthalt in der Gablonzer Hütte sehr zugesagt.
Wir kommen auf der Runde zwar nie über 2300 m Höhe hinaus, aber trotzdem handelt es sich um eine sehr
alpine und anspruchsvolle Tour. Besonders auf dem Linzer Weg von der Adamek- zur
Hofpürglhütte sind einige Kletterstellen zu absolvieren, die zwar mit Drahlseilen gesichert
und mit Eisenstiften erleichtert wurden, aber trotzdem nicht ganz ohne sind. Aber auch die Besteigung
des Angersteins (oder alternativ des Mandlkogels) sowie der mögliche Weg von der
Körner-Hütte über Strich-, Steinriesen- und Donnerkogel zur Gablonzer
Hütte sind schwere Bergwege mit Kletterstellen im I-er Bereich. Trittsicherheit und
Schwindelfreiheit sind hier unbedingt notwendig. Die Wege sollten nur bei guten Verhältnissen
angegangen werden! Bitte vorher über den aktuellen Zustand erkundigen!
Erwähnenswert ist noch, dass die Umrundung des Gosaukamms eine beliebte Wanderung ist. Auf
den Normalwegen wird man daher vielen anderen Wanderern begegnen und die Schlafplätze auf den Hütten
sollte man möglichst auch vorher reservieren. Aber die Gipfel des Kamms werden nicht so oft bestiegen,
so dass es dort ruhiger zugeht.
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist auch möglich, aber nicht ganz so einfach wie auf
anderen Touren, weil keine Bahnstation in der Nähe liegt. Zum Gosausee fahren Busse, ggf.
muss man aber mehrmals umsteigen.
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren, z. B. dass die
angegebenen Gehzeiten als reine Laufzeiten für erwachsene Wanderer (ohne Pausen) angegeben sind!
Hingewiesen sei auch auf das Fotoalbum
dieser Tour.
Karten:
Unser Wandergebiet ist auf folgenden Karten enthalten:
- Freytag&Berndt-Karte WK 218
Dachstein - Ausseerland - Filzmoos - Ramsau
Maßstab 1:50 000, EAN: 9783850847285 - Freytag&Berndt-Karte WK 392
Tennengebirge - Lammertal - Osterhorngruppe
Maßstab 1:50 000, EAN: 9783850847391 - Kompass Wander-, Rad- und Skitourenkarte 20
Dachstein
Maßstab 1:50 000, ISBN-13: 978-3850268745
Nützliche Links:
- Adamekhütte
- Hofpürglhütte
- Theodor-Körner-Hütte
- Stuhlalm
- Gablonzer Hütte
- Weitere Verweise unter Tipps und Links
1. Tag: Gosausee - Adamekhütte
Gehzeit: ca. 4,5 h
Am Ende unserer Anreise stellen wir das Auto an einem der Parkplätze am Gosausee ab. Den
Touristenrummel an der Talstation der Gosaukammbahn lassen wir schnell hinter uns und
wählen den Weg 614 zur Adamekhütte. Dabei können wir den Vorderen Gosausee
(930 m) auf der nordöstlichen oder südwestlichen Seite passieren.
Wenn wir den Fahrweg auf der
nordöstlichen Seite wählen, kommen wir nach ein paar Minuten am kurzen
Laser-alpin-Klettersteig vorbei, der direkt am Seerand angelegt wurde.
Nach dem See steigt der Weg dann moderat an. Wir gehen an einem Jagdhaus und und an der malerischen
Gosaulacke vorbei weiter zum Hinteren Gosausee (1154 m) und genießen eine Weile
den Blick auf den herrlichen Talschluss. Die Hohe Holzmeisteralm, das Ziel der nicht
wenigen Ausflügler, die uns bisher begleitet haben, lassen wir links liegen und steigen jetzt
steiler aufwärts.
Wir passieren dann die verfallene Grobgestein-Hütte und kommen aus dem Latschenbereich
heraus. Nach vorn hat man immer wieder schöne Blicke auf den Dachstein mit dem
Gosaugletscher und nach hinten auf die Gosauseen. Erst relativ spät sehen wir
unser Ziel, die Adamekhütte (ÖAV, 2196 m), welche wir nach ca. 4,5 h erreichen.
2. Tag: Adamekhütte - Hofpürglhütte
Gehzeit: ca. 4,5 h
Von der Adamekhütte aus quert der Linzer Steig das vom Großen
und Kleinen Gosaugletscher geformte Gelände. Er führt über glattgeschliffenes Gestein,
Endmöränen und Klippen.
Immer wieder kann man am Boden auch fossile Reste von Muscheln, Schnecken,
Fischen u. ä. entdecken. An mehreren Stellen wäre ohne die angebrachte Eisenstifte und Drahtseile
schon Kletterei im II.-III. Grad nötig. Aber auch mit den Steighilfen ist der Weg anspruchsvoll.
Am Hochkesseleck (2283 m) queren wir den Kamm, der sich vom Torstein in Richtung
Gosaukamm herunterzieht. Von hier haben wir erstmals einen guten Blick auf die Hohen
Tauern. Weiterhin anspruchsvoll steigen wir dann hinab zur Reißgangscharte (1953 m).
Durch eine Rinne steigen wir dann drahtseilgesichert weiter ab auf das Rinderfeld, wo die
alpinen Schwierigkeiten enden.
Durch den Almenbereich führt uns der Weg 601 nun immer unterhalb des Kamms hinüber zur
Hofpürglhütte (ÖAV, 1705 m), welche in schöner Aussichtslage unterhalb der
Bischofsmütze steht.
3. Tag: Hofpürglhütte - Theodor-Körner-Hütte
Gehzeit: ca. 3 h bis zur Th.-Körner-Hütte, nochmal ca. 3 h für den Angerstein
Der Austriaweg (611) führt uns zuerst immer auf einer Höhe um einen Ausläufer
der Bischofsmütze herum. Oberhalb der Sulzkaralm kommt man zur Wegkreuzung
Mahdriedel (1625 m). Der Weg führt nun wieder näher an den Gosaukamm heran und
wird ein wenig anspruchsvoller.
Über den vor ein paar Jahren angelegten Schwarzkogelsteig
steigen wir dann zuerst drahtseilgesichert über steile Stufen, anschließend weiter in vielen
Serpentinen hinunter in ein Kar. (Die frühere Wegführung durch die Durchgangsscharte ist
verschüttet worden.) Danach geht es wieder etwas aufwärts in Richtung Stuhlalm. Oben
angekommen wählen wir den Abzweig, auf dem wir durch ein kurzes Waldstück zur
Theodor-Körner-Hütte (ÖAV, 1458 m) gehen.
Nach dem Abstellen der Rucksäcke gehen wir wieder zurück zu dem Wegweiser auf der Anhöhe über der
Stuhlalm. Unser Weg führt jetzt weiter aufwärts, zwischen Gebüsch und Latschen hindurch.
Nach ein paar weiteren Minuten Aufstieg gabeln sich die Wege auf den Angerstein und den
Mandlkogel. Wir gehen links weiter aufwärts.
Der Steig umgeht den Berg zuerst und führt dann an der Nordseite hinauf. Er enthält mehrere
Kletterstellen, welche alle nicht gesichert sind, aber gute Griffe und Tritte bieten. Zum Schluss
müssen wir noch eine kleine Scharte überwinden, welche den Hauptgipfel vom übrigen Bergmassiv
trennt und erreichen dann unser Ziel, das Gipfelkreuz des Angersteins (2100 m).
Der Abstieg erfolgt auf gleichem Weg bis zur Theodor-Körner-Hütte, in der wir
übernachten.
4. Tag: Theodor-Körner-Hütte - Gosausee
Gehzeit: ca. 3 h
Von der Theodor-Körner-Hütte gehen wir zur einladenden Stuhlalm. Dort wählen
wir den oberhalb des Fahrwegs eben am Hang entlangführenden Austriaweg (611).
Dieser führt und teils im Wald, teils am steileren Hang entlang ohne große Höhenunterschiede in
Richtung Zwieselalm/Sommeralm. Wir passieren die Abzweige des Normalwegs und des
Kletterssteigs auf den Donnerkogel und erreichen im Skigebiet die Gablonzer
Hütte (ÖAV, 1550 m). Von dort steigen wir auf dem Weg 620 durch den Wald ab zum
Gosausee. Kniekranke und Erschöpfte können anstatt des Abstiegs auch mit der
Gosaukammbahn hinunterfahren.
Spätestens hier am Gosausee (930 m) hat uns die Zivilisation mit
Stöckelschuhtouristen, Nippesbuden usw. wieder eingeholt. Wir werfen wir einen letzten Blick
auf den Dachstein und den Gosaukamm, bevor uns das Auto wieder nach Hause bringt.
Mögliche Variationen der Tour:
Wenn man keine 4 Tage Zeit hat, lässt sich die Runde auch auf 3 Tage kürzen. Eine Möglichkeit wäre,
am 3. Tag von der Hofpürglhütte über den Austriaweg gleich wieder bis zurück zum
Gosausee zu laufen. Oder man geht am 2. Tag gleich noch bis zur Th.-Körner-Hütte
weiter und kann am 3. Tag dann noch einen oder mehrere Gipfel "mitnehmen".
Eine andere Variante ist,
am 1. Tag nicht zur Adamekhütte aufzusteigen, sondern stattdessen vom Gosausee
über den Steiglweg und Steiglpass (2012 m) direkt zur Hofpürglhütte zu
gehen.
Am 2. Tag kann man bei Bedarf auch einen Abstecher auf den Steiglkogel (2205 m) einfügen:
Bevor man die Hofpürglhütte erreicht, geht man zum Steiglpass empor und von dort
zum Gipfel. Der Weg soll aber wohl teilweise nicht so leicht zu finden sein.
Für den 3. Tag wurde ja schon erwähnt, dass man anstatt auf den Angerstein auch auf den
etwas höheren Mandlkogel (auch Mannlkogel genannt, 2274 m) steigen kann, was wir
ursprünglich auch vor hatten. Von der Th.-Körner-Hütte braucht man ca. 2,5 h für den
Aufstieg.
Auch die Alternative für den letzten Tag wurde schon erwähnt: Von der Th.-Körner-Hütte/Stuhlalm
aus kann man alternativ zum Austriaweg den schwereren Weg 631 über Strichkogel
(2035 m) und Steinriesenkogel (2008 m) gehen und auch noch den kurzen Abstecher auf den
Großen Donnerkogel (2054 m) mitnehmen. Über diesen Weg sind 4 h Gehzeit von der
Th.-Körner- zur Gablonzer Hütte angegeben.
Sollte die Th.-Körner-Hütte belegt sein, kann man alternativ in der Stuhlalm oder
auf der Gablonzer Hütte übernachten.
Die Runde lässt sich bei Bedarf auch in entgegengesetzter Richtung gehen. Wenn man die Variante über
Steinriesen- und Strichkogel wählt, hat man dann aber die schwierigeren Stellen im
Abstieg.
Oder man kürzt die Tour, indem man die Runde wie unsere Mädels im Jahr
2024 geht: Gosausee - Gablonzer Hütte - Theodor-Körner-Hütte - Hofpürglhütte - Gosausee.
Die Tagestouren sind dann (außer dem letzten Tag) um einiges kürzer und man hat dann wirklich noch
genug Zeit, um von den Hütten aus weitere Gipfel zu besteigen.
Bericht von der "Männertour" 2016
Als Termin für die "Männertour" des Jahres 2016 wurde der 19.-22.08. festgelegt. Ich hatte vorher
2 Ziele herausgesucht: Den Gosaukamm weiter im Osten der Alpen und das Rätikon
weiter im Westen. Die Wettervorhersage kündigte dann an, dass ab Samstag eine Kaltfront von Westen
her über den gesamten Alpenraum ziehen sollte. Von daher war es egal, wo wir hinfahren. Da im
Rätikon bereits mehrere Hütten laut den Angaben auf ihrer Homepage ausgebucht waren,
wählte ich den Gosaukamm als Ziel aus.
Die Hüttenreservierung war aber auch dort nicht ganz einfach. Am Dienstag wurde mir am Telefon
gesagt, dass die Hofpürglhütte ausgebucht wäre. Als ich es am Mittwoch nochmal versuchte,
konnte ich 4 Lager reservieren. Problemloser war es auf der Adamekhütte, aber die
Th.-Körner-Hütte und die Stuhlalm sagten beide, dass sie aufgrund einer
Veranstaltung nichts mehr frei haben. Ich dachte mir, wir probieren es trotzdem, notfalls kann man
ja zur Gablonzer Hütte weitergehen.
Also fuhren Clemens, Jörg, Stefan und ich (Norbert) am Freitag Morgen über Salzburg und
Gosau zum Gosausee. Das Auto mussten wir auf einem der weiter unten liegenden
Parkplätze abstellen, weil die näher am See liegenden alle voll belegt waren.
Bei sonnigem Wetter stiegen wir auf zur Adamekhütte und benötigten dafür 4,5 h. Kurz vorher
fing es mal an zu nieseln, aber während wir überlegten, ob wir die Regensachen rausholen, hörte es
schon wieder auf. Nach dem Abendessen genossen wir draußen einen schönen Sonnenuntergang.
Am Samstag starteten wir bei schönstem Wetter. So machte die Begehung des Linzer Steigs
viel Spaß. Auf dem Rinderfeld angekommen genossen wir bei einer längeren Mittagspause die
Sonne auf einer Almwiese und gingen dann weiter zur Hofpürglhütte, welche wir nach
insgesamt 7 h erreichten. Der Nachmittag ließ also noch genug Zeit zu einem Kaffee auf der
Hüttenterasse, zum Duschen usw. Abends kam dann die angesagte Kaltfront heran und ließ es nachts
viel regnen.
Am Sonntag starteten wir deshalb erst später. Es war zwar kühler als die Tage vorher, aber am
Vormittag sollte es trocken bleiben. Bei bewölktem Himmel gingen wir los und erreichten nach 3 h
trocken die Th.-Körner-Hütte. Als sie urplötzlich am Zugangsweg auftauchte, wurden wir von
einem Schild "Willkommen am Ort der Gelassenheit" begrüßt. Und das nicht ideale Wetter hatte auch
einen Vorteil: Die eigentlich geplante Bergmesse war am Morgen abgesagt worden, so dass wir fast
die einzigen Gäste auf der Hütte waren.
Da das Wetter nicht ganz schlecht aussah, gingen wir noch einmal in Richtung Gosaukamm
los. An der Weggabelung entschieden wir uns, doch "nur" den Aufstieg auf den etwas niedrigeren
Angerstein zu machen, was sich im Nachhinein als sehr gut erwies. Trotz dem es ab und zu
mal nieselte, machte die Wegführung mit den kleinen Klettereien wieder viel Spaß. Leider sah man
unterwegs und auf dem Gipfel wegen der Wolken nicht allzu viel. Kaum zurück in der Hütte, fing es
dann kräftig an zu regnen. Wenn wir den längeren Aufstieg auf den Mandlkogel gewählt
hätten, wären wir ordentlich gewaschen worden.
Die Hütte ist trotz (oder vielleicht sogar wegen) ihrer Ursprünglichkeit (Plumpsklo, kaltes Wasser,
enge Lager, Schlafräume nur außen herum erreichbar) sehr gemütlich. Beim Essen kommen dort selbst
Veganer auf ihre Kosten. Alles prima!
Das Wetter sah dann aber auch am nächsten Morgen nicht besser aus. Es regnete immer wieder und wir
liefen lange Zeit nur im Nebel. Beim Abstieg von der Gablonzer Hütte durchstießen wir die
Wolkendecke, so dass wir wenigstens am See wieder etwas sehen konnten. Die Wettervorhersage hatte
dann zwar ab Montag wieder richtig schönes Hochdruckwetter angesagt, aber das war im Osten noch
nicht eingetroffen. So fiel der Abschied von den Alpen nicht so schwer, als wir wieder ins Auto
einsiegen und heimfuhren.
Zum Fotoalbum der Männertour 2016
Bericht von der "Mädelstour" 2024
Wie schon im vorherigen Jahr war unsere Mädelsrunde mit 2 Schwestern auch in diesem Jahr klein,
aber wir freuten uns sehr, vom 19.-22.08.2024 zum Gosaukamm zu fahren. Um die Länge
der Tagestouren zu verkürzen, wollten wir die Runde wie folgt gehen: Gosausee - Gablonzer
Hütte - Theodor-Körner-Hütte - Hofpürglhütte - Gosausee.
Wir starteten unsere Tour mit einer Mittagspause am Gosausee (nach der langen Autofahrt
auch mehr als verdient) und einem malerischen, wenn auch bewölkten Ausblick. Den dahinter
befindlichen Gletscher sollten wir erst am Ende der Tour zu sehen bekommen.
Insidertipp zum Parkplatz: Wir haben an der Straße unterhalb des Gosausees geparkt.
Der Parkplatz weiter oben ist nur für Tagesgäste. Fährt man dann aber abwärts, kommt auf der
rechten Seite ein kleiner Parkplatz. Die andere Seite ist bezahlungspflichtig, wir konnten auf der
rechten Seite jedoch kein Schild sehen, was auf eine Bezahlung hindeutet und bis heute auch noch
keinen Strafzettel bekommen.
Der Aufstieg zur Gablonzer Hütte ließ sich durch den Wald sehr gut laufen. Immer mal
wieder bekamen wir einen Ausblick auf den immer kleiner werdenden Gosausee. Kurz vor dem
Ziel kamen wir in den Nebel und somit dann auch etwas nasser als beabsichtigt an der Hütte an.
Dort wurden wir herzlich empfangen und fühlten uns im Hüttenflair wie immer sehr wohl.
Der nächste Tag bot ein wunderbares Bild, weil sich die Wolken im Tal sammelten. Wir hielten
tatsächlich Rücksprache mit dem Hüttenwirt, da es für uns zwei verschiedene Wege zur
Theodor-Körner-Hütte gab: Den Austriaweg als sehr einfachen, der mit 2 h Gehzeit
ausgeschildert war oder den Weg über den Grat. Diesen wollten wir gerne probieren, waren uns
jedoch nicht ganz sicher. Der Hüttenwirt erklärte uns, dass man dazu wirklich trittsicher und
schwindelfrei sein müsste, er aber sonst deutlich schöner sei als der einfache Weg. So beschlossen
wir, diesen mal zu probieren.
Sehr schnell stellten wir dann aber fest, dass es wirklich unser Können überstieg. Wir kamen nur
langsam über die Steine und Felsen voran, mussten recht schnell die Stöcke wegpacken und die Hände
zum Klettern mitbenutzen. Da wir nach einer Stunde auf der Karte nicht sonderlich weit gekommen
waren, beschlossen wir dann doch, umzukehren und auf den leichten Weg zu setzen. Das war
vermutlich auch die bessere Entscheidung. Allein der Weg bergab hatte seine Tücken und wir
mussten höllisch aufpassen, um wieder zurück auf den Wiesenweg zu kommen. Trotzdem genossen wir
zwischendurch bei einer kleinen Pause den Ausblick ins Tal.
Der einfache Weg stellte uns dann vor wenig Herausforderungen. Lediglich einen wachsenden
Temperaturunterschied konnten wir feststellen, da dort weniger Wind durchzog. Und da der Weg viel
kürzer war, waren wir dann doch sehr schnell an der Hütte.
Wir überlegten, ob wir noch ein Stück laufen sollten, jedoch waren die Gipfel deutlich weiter weg
und so probierten wir stattdessen die Vanilleknödel in der Hütte (sehr zu empfehlen!). Beim
Durchblättern durchs Hüttenbuch fanden wir sogar die Eintragungen der Männertour 2016 wieder.
Der nächste Tag empfing uns mit Regen. Und mit einer Reise nach Mordor, denn die
serpentinenartigen Kehren mit den Felsen an der Ecke und später dann einer Treppe erinnerten uns
an die Stelle, als Frodo mit Gollum nach Mordor lief und der Riesenspinne Kankra begegnete. Diese
blieb uns zwar erspart, aber das Schild mit Trittsicherheit und Schwindelfreiheit war an dieser
Stelle tatsächlich goldrichtig.
Auch an diesem Tag waren wir wieder viel zu schnell auf der Hütte. Und von der
Hofpürglhütte gibt es ebenfalls kaum Wege, die man noch mal laufen kann – für uns sehr
schade. Stattdessen kundschafteten wir schon mal den Weg für den nächsten Tag aus und genossen
zwischendurch die Aussicht ins Tal.
Der nächste und letzte Tag war, so glaube ich, unser liebster. Wir starteten an der
Hofpürglhütte mit dem Aufstieg zum Steiglpass. Dabei waren wir so schnell, dass
wir über eine halbe Stunde schneller als die angegebene Gehzeit waren – für uns ein absolutes
Highlight!
Bereits auf dem Weg sahen wir Steinböcke, die sich im Geröllfeld herumtrieben. In der Scharte
erzählten uns zwei andere Wanderer, dass auf dem Weg nach unten Steinböcke auf dem Kamm liefen.
Und tatsächlich, uns bot sich ein so schönes Bild.
Der weitere Abstieg war dann zunehmend anstrengender. Mit einer angegebenen Gehzeit von 3 h
wünschten wir uns förmlich an den Gosausee zurück. Das dauerte aber noch eine ganze
Weile. Und auch als er in Sicht kam, hatten wir noch gute 700 Höhenmeter Abstieg vor uns. Am
Ende kamen wir vollkommen geschafft am Gosausee an, konnten dann aber auch einen Blick
auf den Dachstein erhaschen.
Mit „Belohungskäsespätzle“ und dem Austausch über das gemeinsam Erlebte ging es für uns dann
wieder auf den Heimweg.
Zum Fotoalbum der Mädelstour 2024