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Alpenwanderungen

Chablais-Alpen I
(Tour des Dents-du-Midi)

Jahr Bezeichnung der Tour Touren-Verlauf
2013 Chablais-Alpen I
(Tour des Dents du Midi)
Mex - Les Jeurs - Chindonne -
Anthème-Hütte - Susanfe-Hütte -
Haute Cime - Auberge de Salanfe-
Col du Jorat - Mex

Allgemeines zur Tour:

Wenn man von der Ostseite des Genfer Sees in Richtung Rhonetal schaut, erblickt man an dessen westlicher Seite ein beeindruckendes Bergmassiv mit 7 Gipfeln, die Dents du Midi.
Foto Diese Berggruppe kann man auf schönen Wegen umrunden und auch dessen höchsten Gipfel, die Haute Cime, besteigen. Mit seinen 3257 m bietet er eine gewaltige Aussicht, im Norden auf den Genfer See und das Jura, im Süden auf das Mont-Blanc-Gebiet und die Walliser Alpen. Aber auch schon unterwegs auf der Umrundung bieten sich viele schöne Blicke, besonders in das Rhone-Tal sowie auf die Dents du Midi selbst. Schöne Wasserfälle, reizende Blumenwiesen sowie der Kontrast zwischen lieblichem Almgelände und abweisendem Hochgebirge prägen diese empfehlenswerte Runde, die unter dem Namen Tour des Dents-du-Midi vermarktet wird.
Foto Wir starten die Wanderung in Mex, einem kleinen Bergbauerndorf auf einer Terasse über dem Rhonetal, und umrunden die Dents du Midi entgegen dem Uhrzeigersinn. In den meisten Führern wird die Tour in entgegengesetzter Richtung beschrieben, aber in der vorgeschlagenen Richtung halte ich die Länge der Tagesetappen für geeigneter. Außerdem steigert man die Eindrücke: Am ersten Tag ist man hauptsächlich im Wald- und Almgebiet unterwegs, am zweiten Tag geht es immer mehr ins Hochgebirge hinein, am dritten Tag besteigt man die Haute Cime und der 4. Tag ist dann mit der Rückkehr in tiefere Regionen ein schöner Ausklang. Und ein weiterer Vorteil ist, dass man die schwierigeren Wegstücke am Pas d'Encel im Aufstieg statt im Abstieg begeht, was immer etwas einfacher ist. Man kann natürlich trotzdem auch andere Ausgangsorte und Etappeneinteilungen wählen, einige Möglichkeiten sind im Kapitel Mögliche Variationen der Tour beschrieben.
Zur Schwierigkeit: Große Teile der Tour sind problemlos zu gehen, aber beim Aufstieg zur Susanfe-Hütte gibt es auf dem schmalen Pfad am Pas d'Encel leichte Kletterstellen. Diese sind aber mit Ketten gesichert und nur selten exponiert. Und der unmarkierten Aufstieg auf die Haute Cime ist durch seine Steilheit sehr anstrengend. Auch bei ihm muss man öfters mal die Hände zu Hilfe nehmen, aber auch er ist nicht extrem ausgesetzt. Mit Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit ist die Runde also gut zu bewältigen.
Foto Die Übernachtungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich: Die Berggasthäuser Auberge de Chindonne und Auberge de Salanfe bieten etwas mehr Komfort. Man schläft zwar auch im berghüttentypischen Matratzenlager, aber z. B. warme Duschen sind im Preis inbegriffen. Die Cabane de Susanfe dagegen ist eine ganz schlichte SAC-Hütte. Die Schlafräume sind so eng, dass das Gepäck im Gastraum bleiben muss (bieten aber genug Liegeplatz) und das Häuschen mit 2 WC und 2 Waschrinnen für ca. 70 Gäste steht ca. 20 m von der Hütte entfernt. Also eine Schutzhütte im ursprünglichen Sinn. Allen gemeinsam ist aber, dass es zum Abendessen ein Menü gibt und man selbst in der Susanfe-Hütte mit ec- oder Kreditkarte bezahlen kann. (Da übrigens überall auch die Bezahlung in Euro akzeptiert wird, braucht man kein Geld in Franken umtauschen.) Neu war für uns auch, dass man in allen Hütten einen Platz am Tisch zugewiesen bekam. Bei Ankunft stand schon ein Namenskärtchen auf dem Tisch. Besonders bei vollen Hütten ist das natürlich sehr praktisch.
Die Preise sind schweiztypisch alle etwas höher als in deutschen oder österreichischen Hütten. Für die Übernachtung im Matratzenlager bezahlt man zwischen 11 € (AV-Mitglied in der Cabane de Susanfe) und 26 € (Erwachsener in der Auberge de Salanfe), mit Halbpension 46-53 €. Ein halber Liter Bier oder Radler kostete auf allen Hütten 5 €.
Ein Nachteil ist, dass auch in den Hütten kaum jemand deutsch oder englisch spricht. Französischkenntnisse sind also auf dieser Tour von Vorteil.
Da das Gebiet weit im Westen der Schweiz liegt, bietet sich die Tour besonders an, wenn in den Ostalpen die Großwetterlage schlecht ist. Vielleicht findet man dann hier bessere Bedingungen vor. Erkundigen sollte man sich vorher auch nach der Schneelage auf dem Weg zwischen Col de Susanfe und Salanfe, da hier oft bis weit in den Sommer hinein mit Schnee zu rechnen ist.
Die Anreise ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Man benutzt dafür den Bus (Postauto), der am frühen Nachmittag von St-Maurice nach Mex und wieder zurück fährt. Nach St-Maurice gelangt man mit der Bahn.
Bitte beachtet auch die allgemeinen Hinweise zu den Touren!

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Karten:

Das gesamte Wandergebiet ist auf der Wanderkarte Kümmerly+Frey 22 Grand-St-Bernard / Dents du Midi (Maßstab 1:60000, ISBN-13: 978-3850847162) enthalten.
Alternative swisstopo: Die etwas kleinere Wanderkarte swisstopo 272T St. Maurice (1:50000, ISBN: 978-3-302-30272-0) ist so geschnitten, dass lediglich ein kleines Stück des Anstiegsweges zur Cabane Susanfe fehlt. Wer darauf nicht verzichten möchte, muss zusätzlich die südliche Anschlusskarte swisstopo 282T Martigny (1:50000, ISBN: 978-3-302-30282-9) mit kaufen, was aber meiner Meinung nach nicht nötig ist.

Nützliche Links:



1. Tag: Mex - Chindonne

Gehzeit: ca. 3,5 h
Mit dem Auto fährt man am Genfer See vorbei die Rhone aufwärts bis St-Maurice, wo man die Autobahn verlässt und dann auf enger Straße in vielen Kehren steil aufwärts nach Mex (1118 m) gelangt. Das Auto stellt man am besten auf dem Parkplatz an der Bushaltestelle ab. (Oder auf dem weiter oben am Ortsrand liegenden Parkplatz.)
Foto An der Kirche trifft man auf den Wanderweg, der nach Les Jeurs ausgeschildert ist. Durch eine urige Gasse gelangt man zu dem 2. Parkplatz, bei dem man auf den Minigipfel (mit Kreuz und Fahne) steigen sollte, um den Ausblick zu genießen. Weiter geht es dann über eine Wiese zum Wald.
Auf der ersten Hälfte des Weges läuft man gemütlich ohne große Höhenunterschiede meist im Wald entlang der Rhonetal-Abhänge. An Les Orgières sowie 2 hübschen Wasserfällen vorbei erreicht man den Mauvoisin-Bach. Ein paar Minuten hinter der Brücke erreicht man eine Weggabelung: Der "Normalweg" führt geradeaus über Le Fahy (Alm, Wasserfall) und den Kamm Crête des Jeurs, bei Schlechtwetter wird jedoch der etwas kürzere Weg über die Alm La Sachia angeraten. Hier gibt es jetzt auch steilere Anstiege. An der Almhütte Chalet Bagne treffen beide Wege wieder zusammen und es ist nicht mehr weit bis zum Centre sportif des Jeurs (1548 m), wo man übernachten kann. Empfehlenswerter ist es aber, noch eine Viertelstunde bis zum Berggasthaus Auberge de Chindonne (1604 m) weiterzugehen.



2. Tag: Chindonne - Cabane de Susanfe

Gehzeit: ca. 7,5 h
Die erste Hälfte des heutigen Weges führt auf der Südwestseite der Dents du Midi oberhalb des Tales Val d'Illiez ohne bedeutende Anstiege bis zu den Antème-Seen (Lacs d'Antème). Man umgeht dabei mehrere Ausläufer der Dents du Midi und überquert dazwischen einige Bachläufe.
Von Chindonne aus geht man unter dem Skilift hindurch. Der Weg schwenk in Richtung Westen und Süden. An der Alm Valerette (1702 m) passiert man Almhütte. Wenn man aus dem folgenden Wald heraustritt, hat man kurz vor Erreichen der Alm Valère (1880 m) zum ersten Mal den herrlichen Blick auf die Südwest-Abbrüche der Dents du Midi, welcher einen jetzt noch länger begleitet.
Foto Man umgeht den nächsten Kamm (Crête du Dardeu) und geht auf der Alm Chalin im Bogen weiter aufwärts Richtung Signal de Soi, einem kleinen Gipfel im Soi-Kamm (Arête de Soi). Durch den nun folgenden Einschnitt geht es wieder im Bogen auf fast gleicher Höhe zum Kamm von Sélaire (Arête de Sélaire). Von dort sieht man unser nächstes Ziel, die Antème-Hütte (Cabane d'Antème, SAC, 2032 m), am Rande eines Kars liegen. Jetzt kann man sich aussuchen, ob man am Antème-See (Lac d'Antème) oder an der Hütte Pause macht.
Nun geht es beständig abwärts, an den Almen Mettecui und Rossétan vorbei, herunter bis auf ca. 1460 m. Den Bach La Saufla überschreitet man auf einer Brücke oberhalb eines beeindruckenden Wasserfalls. Danach geht es wieder aufwärts. An der nächsten Weggabelung kann man ggf. in wenigen Minuten einen Abstecher zur Bonavau-Hütte (Refuge de Bonavau) unternehmen.
Der Weg führt nun am Rand der Saufla-Schlucht steil aufwärts. Auf einigen mit Ketten gesicherten Abschnitten bringt er uns zum Pas d'Encel (1815 m). Ein Stück weiter wird die Saufla unterhalb einer kleinen Staustufe wieder überquert. Der Weg führt dann weiter durch das eindrucksvolle Susanfe-Hochtal bis zur kleinen, aus Stein erbauten Susanfe-Hütte (Cabane de Susanfe, SAC, 2102 m).



3. Tag: Cabane de Susanfe - Auberge de Salanfe

Gehzeit: ca. 6,5 h
Von der Hütte aus steigt man stetig aufwärts weiter durch das Susanfe-Hochtal bis zum Sattel Foto Col de Susanfe (2494 m). Hier zweigt der unmarkierte, aber oft begangene Weg auf die Haute Cime ab. Dieser führt sehr steil, aber nur selten absturzgefährdet, auf dem Grat nach oben. An 2-3 Stellen muss man gut aufpassen, dass man nicht eine falsche Wegspur wählt, die sich dann im steilen Schotterhang irgendwo verliert. Vom Zwischengipfel Col de Paresseux (3054 m) aus ersteigt man das letzte Stück des Gipfelgrats und erreicht den Hauptgipfel der Dents du Midi, die Haute Cime (3257 m). Hier wird jetzt erstmal ausgiebig die einmalige Aussicht auf die Schweizer und Französischen Alpen sowie im Norden den Genfer See und das Jura genossen.
Der Abstieg zum Col de Susanfe erfolgt auf dem gleichen Weg. Von dort steigt man weiter in Kehren abwärts in das Salanfe-Hochtal. Auf diesem Wegstück liegt oft noch bis weit in den Sommer hinein Schnee. Den Salanfe-See (Lac de Salanfe) und die Salanfe-Hütte hat man die ganze Zeit vor Augen. Man erreicht dann die schöne Ebene Lanvouisset, überquert dort einen Bach und geht weiter bis zur Seeufer-Straße. Dieser folgt man nun bis zum Berggasthaus Salanfe (Auberge de Salanfe, 1950 m), von dessen Terasse man eine wunderschönen Blick in den Salanfe-Talkessel mit dem Stausee und dem darüberliegenden Tour de Salliere (3220 m) hat.



4. Tag: Auberge de Salanfe - Mex

Gehzeit: ca. 3,5 h
Ca. 100 m nördlich der Hütte zweigt von der Seeuferstraße der Weg ab, der uns immer den Hang entlang gemächlich aufwärts bis zum Sattel Col du Jorat (2212 m) führt. Foto Von hier sehen wir nun schon unseren Zielort Mex auf einer Terasse über dem Rhonetal liegen. Viel beeindruckender ist aber der Blick auf die Felsen der Gagneries und die Pyramide der Cime de l'Est, welcher uns in immer neuen Perspektiven den weiteren Weg begleitet. Man fühlt sich wie in den Dolomiten.
Über ein Almgelände mit dem schönen Namen Noudane-Dessous geht es beständig abwärts. An einer Brunnenanlage (Fontane Froide) erreichen wir einen Fahrweg, der uns weiter in Serpentinen nach unten führt. In der St.-Barthélémy-Schlucht überqueren wir den Bach bei einer künstlichen Geländestufe. Von dort führt uns der Fahrweg (und das letzte Stück ein Wanderweg) fast ohne Gefälle zurück zu unserem Ausgangspunkt Mex (1118 m).
Auf der Heimfahrt bietet es sich an, auf dem Autobahn-Parkplatz bei Montreux nochmal einen kurzen Stopp einzulegen, den Blick zurück über den Genfer See auf die Dents du Midi zu genießen und damit eine sehr schöne Tour abzuschließen.



Mögliche Variationen der Tour:

Eine bedeutende Vereinfachung der Tour ergibt sich, wenn man die Besteigung der Haute Cime weglässt. Ggf. kann man dann auch anstatt in der Susanfe-Hütte in der Bonavau-Hütte (Refuge de Banavau, privat) übernachten und so die Wegstrecke des 2. Tages kürzen. Oder man verlängert die Tour um 1 Tag und übernachtet in der Antème-Hütte (Cabane d'Antème, SAC).
Foto In der Einleitung wurde bereits beschrieben, warum die Umrundung der Dents du Midi in entgegengesetzter Uhrzeigerrichtung empfohlen wird. Aber bei Bedarf kann sie natürlich auch im Uhrzeigersinn beschritten werden, z. B. wenn eine Hütte schon an einem bestimmten Tag ausgebucht sein sollte.
Man kann die Runde auch an einer anderen Stelle beginnen und beenden. Folgende Ausgangspunkte empfehlen sich: Les Giettes (Anfahrt über Monthey), Vérossaz - La Doey (Anfahrt über St-Maurice), Van d'en Haut (Anfahrt über Salvan) oder Champéry. Zu diesen Ausgangspunkten gelangt man auch mit dem Bus oder mit der Bahn.
Wer etwas mehr Zeit hat, kann unsere Tour des Dents du Midi auch mit anderen Touren in dieser Gegend kombinieren. Folgende bieten sich dafür an:

Für diejenigen, die nur eine kurze Anreise haben, ließe sich die Tour auch auf 3 Tage verkürzen. Z. B. könnte man dann am Vormittag in La Doey (Vérossaz) starten und über Mex zur Salanfe-Hütte gehen. Am nächsten Tag dann über die Haute Cime zur Susanfe-Hütte und am dritten Tag über die Antème-Hütte und Chindonne zurück nach La Doey.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich auch, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, weil man dann nicht mehr unbedingt zum Ausgangspunkt zurückkehren muss und die Runde an anderer Stelle beenden kann.



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Bericht von der Tour 2013

Wie üblich war es gar nicht so einfach, einen passenden Termin für alle zu finden. Dieser lag dann schon vergleichsweise früh, nämlich vom 05.-08.07.2013. Bei der Tourplanung gab es dann auch die erste Überraschung: In vielen Gegenden der Alpen lag durch den langen Winter noch massig Schnee, so dass sich die eigentlich angedachten Runden in den Hohen Tauern oder im Rosengarten noch nicht gehen ließen. So schwenkte ich also um auf die Tour des Dents du Midi, die schon länger auf der To-Do-Liste stand. Die Wettervorhersage war für das Wochenende sehr gut - stabiles Hochdruckwetter mit nur geringer Gewittergefahr.
Ich spreche leider kein französisch und auf den Hütten gibt es nur wenige, die halbwegs deutsch oder englisch sprechen. Trotzdem bekam ich mit Händen und Füßen die Reservierung hin und erhielt auch die Information, dass am Col de Susanfe zwar noch viel Schnee liegt, aber man auch ohne Steigeisen drüber kommen müsste. Ein paar Leute wären schon drüber gegangen und außerdem war es auch in den Tagen vor unserem Termin recht warm, so dass es weiter tauen müsste.
Also trafen am Donnerstagabend Jörg, Rocco und Clemens wieder bei uns in Marbach ein und am Freitagmorgen starteten wir gemeinsam in Richtung Schweiz. Als wir am Genfer See entlang südwärts zum Rhonetal fuhren, genossen wir den herrlichen Blick auf die Dents du Midi, der eine schöne Tour versprach. Leider hatte ich den Fotoapparat nicht greifbar.
Über die schmale, steile und kurvenreiche Straße in Mex angekommen, stellten wir das Auto am Parkplatz bei der Bushaltestelle ab und machten uns auf den Weg in Richtung Les Jeurs. Die Fernsicht war sehr gut, aber die Dents du Midi hüllten sich in Wolken. So genossen wir eher den Blick ins Rhonetal und auf die umliegenden Berge.
Foto Etwas hinter dem Mauvoisin-Bach und dem Abzweig nach Vérossaz versperrte uns ein Flatterband den Weg. Ein Schild verkündete, dass der Weg über Le Fahy gesperrt wäre und man stattdessen den etwas kürzeren Weg über La Sachia nehmen soll. Diesen gingen wir dann auch und trafen an der Almhütte Chalet Bagne wieder auf den eigentlichen Weg. Schnell waren wir dann auch am Centre sportif des Jeurs angekommen. Dieses war aber verschlossen. Gut, dass wir in der Auberge de Chindonne reserviert hatten, die nicht mehr weit entfernt war. Nach dem Duschen und Essen saßen wir abends dann noch ein Weilchen am Kamin - das hatten wir bisher in einer Berghütte auch noch nicht.
Da wir morgens aufgrund der Länge der Tagesetappe schon zeitig starten wollten, frühstückten wir alleine und starteten kurz nach 7 Uhr. Entgegenkommende Wanderer warnten uns vor den Schneebrücken, auf denen man mehrere Bäche überschreiten muss. Und wirklich, das war nicht ganz ungefährlich, da sie bei dem warmen Wetter schmolzen. Sie waren auch nur schlecht zu umgehen, aber wir konnten alle unfallfrei überschreiten.
An der Antème-Hütte genossen wir ein Radler, ein Stück weiter an der Alm Metecoui legten wir an einer verschlossenen Hütte eine längere Mittagspause ein. Dann ging es noch weiter abwärts, bis man den Saufla-Bach erreicht und der Aufstieg zur Susanfe-Hütte beginnt. Die kettengesicherten Abschnitte wurden problemlos gemeistert und die La Saufla wurde wieder auf einem großen Schneefeld überschritten. Durch das beeindruckende Susanfe-Hochtal erreichten wir dann die relativ kleine Susanfe-Hütte, welche echtes Hochgebirgs-Flair vermittelt. Sie war voll belegt, aber alles war gut durchorganisiert.
Am nächsten Morgen ging es los zum Col de Susanfe. Schon bald hinter der Hütte begannen die Schneefelder, aber es ließ sich gut darauf laufen. Am Pass angekommen, genossen wir kurz den Blick in das Salanfe-Hochtal und stiegen dann aufwärts Richtung Haute Cime. Der Weg über den Südgrat war im Gegensatz zum bisherigen Aufstieg komplett schneefrei. Etwas über dem Pass deponierten oder entleerten wir die Rucksäcke und stiegen ohne großes Gepäck weiter.
Foto Auf dem ansonsten recht häufig begangenen unmarkierten Weg lief leider niemand in Sichtabstand vor uns. So fanden wir zweimal nicht die richtige Spur und verstiegen uns im sehr steilen Schutthang. Es kostete viel Kraft, den richtigen Weg wiederzufinden. Am Col de Paresseux, einem Vorgipfel der Haute Cime in 3054 m Höhe, beschlossen wir aus mehreren Gründen, nicht mehr bis zum Hauptgipfel aufzusteigen.
Nach etwas Pause und einigen Gipfelfotos ging es wieder abwärts zum Col de Susanfe. Dann wieder mit Gepäck, stiegen wir über große Schneefelder ins Salanfe-Tal ab. Der Schnee war mittlerweile recht weich, so dass die angelegten Grödel nicht allzu viel nützten, aber man konnte noch relativ gut gehen. Am Ende des Schneefeldes fanden wir den eigentlichen Weg wieder und stiegen wieter bis zum Talgrund ab. Am Lac de Salanfe angekommen, legten wir in Sichtweite der Hütte eine längere Pause ein und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. In der Hütte genossen wir dann die Aussicht auf den Talkessel, die warme Dusche und das Abendessen.
Am nächsten Morgen gab es noch einmal knapp 300 Höhenmeter Aufstieg, ehe es steil abwärts nach Mex zurück geht. Aber die Blicke auf die Felsen sind wieder atemberaubend.
In Mex angekommen, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf die lange Heimfahrt. Auf dem Autobahn-Parkplatz bei Montreux legten wir zum Abschluss einen kurzen Stopp ein, um noch einmal den Blick auf die Dents du Midi zu genießen. Doch leider war es mittlerweile so diesig, dass sie nicht mehr zu sehn waren. Mit dem geplanten Foto von dieser Stelle wurde es also wieder nichts, aber auch die herrliche Aussicht auf den Genfer See eignete sich, um eine sehr schöne Tour abzuschließen.

Zum Fotoalbum der Tour 2013



 

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